Seit der Nacht, in der Sonea auf Andrew und schließlich Maggie traf, ist eine Woche vergangen. In der Zwischenzeit hat Andrew, bei dem Sonea immer noch unterkommt, dieser verboten, weiter ihrer Arbeit als Underground-Model nachzugehen und hat ihr seine Ghulin, Jillian, als nächtliche Begleiterin [Bewacherin] zur Seite gestellt. Mehrmals versucht Sonea, tagsüber aufzuwachen, um durch Kleidung gut vor der spätherbstlichen Sonne - es ist November - geschützt abzuhauen, schafft es aber nicht genug Willen aufzubringen, um gegen ihre Natur am Tage zu erwachen.
Schließlich meldet Maggie sich und verlangt nach einem Treffen. Andrew und Sonea, sowie natürlich als übliches Anhängsel Jillian, die im Van verbleibt, und sie, Maggie, treffen sich am nördlichen Rand des Greenwich Parkes. Alle haben die Gerüchte vernommen, die seit ein ein-zwei Nächten die Runde machen. Ein Justicar soll demnächst in London eintreffen, heißt es. An nähere Informationen bezüglich des Datums und der Identität des Justicars heranzukommen scheint unmöglich, aber eine unterschwellige Angst, nahezu Panik, liegt in der Luft. Es heißt, Queen Anne ergehe es nicht anders und sie täte alles daran, ihre Regentschaft noch weiter zu festigen. Die Vermutung, dass nicht nur Soneas clanlose Existenz bedroht ist, sondern auch die Existenzen ihrer beiden Sire, liegt nahe. In einem Satz: die Lage sieht verdammt schlecht aus. Besonders für den ehrgeizigen und nach Aufstieg in der kainitischen Gesellschaft strebenden Andrew. Er ist vehement dafür, Sonea aus London zu schaffen für die Zeit des Aufenthaltes des Justicars, oder sie zumindest “handlungsunfähig” zu machen. Soneas einziger Wunsch indes besteht darin, endlich den für sie unsympathischen Nosferatu los zu werden, wobei sie es seltsam findet, dass sie Mühe hat, seinen geradezu Befehlen nicht nachzukommen. Doch sie beachtet dieses Gafühl nicht weiter.
Maggie wirft Andrew vor, machthungrig und skrupellos zu sein. Sie versucht, immer wieder unterbrochen von Andrew, ihrem Mündel begreiflich zu machen, dass Andrew sie nur benutzen will, um Ansehen zu gewinnen, dass er sie dazu bringen will, ein Fehler zu machen, nur um das unangefochtene Recht zu haben, sie zu vernichten. Sie sei ihm nichts wert. Sonea scheint vollkommen der selben Meinung zu sein, den Ernst der Lage aber nicht zu begreifen, denn sie gibt immer wieder ihren Senf dazu. Maggie und Andrew ergehen sich in gegenseitigen Drohungen, die der beiderseitigen Drohung der endgültigen Vernichtung nicht entbehren.
Letztlich einigt man sich zähneknirschend darauf, dass Maggie Sonea für diese Nacht bei sich behalten wird und sie eine Stunde vor Sonnenaufgang wieder am selben Treffpunkt, an dem sie sich befinden, wieder abliefern würde. Es ist Sonea ein Rätsel, warum sie mit sich kämpfen muss, um mit Maggie zu gehen, da sie im Hinterkopf behält, dass dies nicht Andrews Willen entspricht.
Maggie versucht nun, während sie die Straße entlang gehen, nochmals auf vernünftiger Basis mit Sonea zu reden und ihr begreiflich zu machen, was auf dem Spiel steht. Sie erläutert der Caitiff den Unterschied zwischen ihr, Maggie, und Andrew, der “Matschbirne“. Maggie ist eine Ravnos und kümmert sich nicht um Konventionen oder Vorurteile ganzen Clans oder sogar Clanlosen gegenüber, gelten die Ravnos doch als die Gesetzlosen und Kriminellen unter den Vampiren. Aber sie weiß - und versucht, es Sonea einzuprägen - , wie wichtig es ist, mit den wenigen Regeln der Vampirgesellschaft zu “leben” und diese zu befolgen. In London herrscht die Camarilla mit der konservativen Queen Anne an der Spitze, und obwohl nominell alle Vampire der Camarilla angehören, sieht es in der Tat ganz anders aus. Als Beispiel führt Maggie hierbei Andrew auf, für den Sonea als Clanlose nichts weiter ist, als ein Objekt zur Macht- und Ansehensmehrung, nur dazu da, um im richtigen Moment vernichtet zu werden. Er will sie unter seine absolute Kontrolle bringen, sagt sie. Und eröffnet Sonea, dass sie für diese Nacht eine Audienz bei Queen Anne beantragt und auch bekommen hat. Die vergangene Stunde hat ihr erst recht bewiesen, dass das so nicht funktioniert.
Währenddessen lässt auch Alice sich von der unterschwelligen Gefahr, die in der Luft hängt, anstecken und versucht, mehr als nur die spärlichen Gerüchte, die im Umlauf sind, über den erwarteten Justicar zu erfahren. Ihre Erzeugerin kann ihr nicht weiterhelfen. Sie kann nur in Erfahrung bringen, dass die Justicare der Clans der Toreador, der Ventrue und der Brujah an anderen Orten der Welt beschäftigt zu sein scheinen und somit wahrscheinlich nicht in absehbarer Zeit in London auftauchen können. Also versucht Alice ihr Glück im White Tower, dem Elysium.
Sie muss sich etwas gedulden und angemessenen Anstand halten, während Julia Bell, die Primus Vitae des Clans des Mondes in London, in ein Gespräch mit Ian Cross, dem Primogen der Clans der Rose, den Toreador, vertieft ist. Doch schon bald schenkt Julia Bell Alice ihre Beachtung. Auf die Frage nach ihrem Begehren erkundigt Alice sich, ob Julia Bell nicht eventuell weitere Informationen über den angekündigten Justicar habe, doch die Primus Vitae verneint und empfiehlt Alice, um eine Audienz bei Queen Anne zu ersuchen. Allerdings, fügt sie an, sei es zur Zeit unwahrscheinlich, eine solche genehmigt zu bekommen.
Dankend zieht Alice sich zurück und grübelt nach weiteren Möglichkeiten, etwas zu erfahren.
Maggie und Sonea knien vor Queen Anne. Sie befinden sich im ehemaligen Gefängnisbereich. Alle Zellen stehen offen und in der Mitte des Hauptraumes stehen lediglich ein massiver alter Eichentisch und ein ebenso massiver Stuhl, der schon beinahe an einen Thron erinnert. Die persönlichen Leibwächter von Queen Anne sind nicht zu sehen, was jedoch nichts heißt.
Nach den üblichen Begrüßung beginnt Maggie, Queen Anne zu erläutern, warum sie deren wertvolle Zeit beansprucht. Sie erklärt das “Experiment Sonea” für gescheitert. Sie versucht, anschaulich zu machen, warum es ihr unmöglich ist, weiterhin etwas mit Andrew zu tun zu haben. Sie führt an, dass er ihr mit der endgültigen Vernichtung gedroht habe. Dass er in seinem Machthunger Sonea vernichten wolle. Dass er ihr keine Chance gebe. Maggie legt in ihre Rede all ihre Überzeugungskraft.
Queen Anne hört sich alles schweigend an. Nachdem Maggie geendet hat, herrscht lange Stille, in der die herrschgewohnten Augen der Queen Maggie und vor allem Sonea durchbohren, indes ihr Gesicht wie in Stein gemeißelt bleibt. Jedes Anzeichen dafür, dass Sonea die Stimme erheben will, wird von Maggie im Keim erstickt. Und Queen Anne spricht: “Also gut. Euch sind sicherlich nicht die Gerüchte entgangen, die umgehen. Sie sind wahr. Und in dieser Domäne gibt es eine Clanlose. Es wird nicht so sein, wenn unser erwarteter Gast eintrifft. Ein Handel:”, und es wird deutlich, dass es sich um keinen Handel, sondern um einen Befehl handelt, “Sonea, die Clanlose, wird hier und jetzt, auf der Stelle, frei gesprochen. Und in vier Nächten habt ihr, Maggie und Andrew, ihre derzeitigen Sires, herausgefunden, wer sie geschaffen hat. Ihr werdet mir den Verbrecher liefern, sei es tot oder endgültig tot. Vorzugsweise ersteres. Andernfalls werdet ihr alle drei vernichtet.”
Maggie muss schlucken, findet aber schnell ihre Sprache wieder. Sie beharrt darauf, sich nicht in der Lage zu sehen, mit Andrew zusammen zu arbeiten. Quenn Anne hingegen lässt keinen Zweifel daran, dass sie Soneas Erzeuger den Traditionen zufolge bestrafen will und nicht bereit ist, ihre Leute dafür abzustellen. Das einzige Eingeständnis, das Maggie nun gewährt wird, ist, dass sie sich auch ohne Andrew an ihren Teil des Handels machen kann.
“Vier Nächte”, gemahnt Queen Anne und wendet sich an Sonea: “Erläutere die Traditionen.”
Maggie schießt es kalt durch den Kopf, dass sie gar nicht weiß, inwieweit Sonea die Traditionen kennt, sie war nur bei der ersten flüchtigen Belehrung anwesend, doch Sonea leiert die sechs Traditionen aalglatt wie eine Ansage am Airport herunter. Dabei verkneift sie sich die “siebte Tradition“.
Queen Anne nickt. “Hiermit spreche ich dich, Sonea von den”, sie hält kaum merklich inne ”Clanlosen, frei und erkläre dich zur Neugeborenen sowie einem Mitglied dieser Domäne. Ihr dürft gehen.”
Sonea und Maggie robben gesenkten Hauptes aus dem Gefängnissaal.
Andrew indes lässt seine Kontakte spielen und verspricht, einem Ahnen der Nosferatu einen großen Gefallen zu schulden, wenn dieser wiederum seine Verbindungen spielen lässt und ein paar Brujah unter den Anarchen anheuert. So, dass es nicht auf ihn, Andrew zurückfällt.
Maggie ruft Andrew an, um sich früher als abgesprochen am selben Ort im Greenwich Park wie schon zuvor zu treffen. Unterwegs dorthin klingelt ihr Handy. Sie fragt mehrmals nach, bis sie weiß, wer dran ist. Es ist Alice, die fragt, ob eventuell Maggie mehr als nur die üblichen Gerüchte weiß. Maggie vermutet, dass der Justicar in etwa fünf Nächten in Lodon eintreffen wird und lädt Alice ein, sich ihr und Sonea anzuschließen bei ihrem treffen mit Andrew, den Alice jedoch nicht kennt.
Alice trifft vor Andrew im Greenwich Park ein. Gerade noch genug Zeit, um mit Sonea bekannt zu werden und von Maggie einen kurzen Abriss der bisherigen Nacht zu bekommen. Schon ist Andrew an Ort und Stelle und erfährt von einer breit und siegessicher grinsenden Maggie, dass er sein geschätztes Mündel los ist. Er kann nichts dagegen tun, und verabschiedet sich mit der Begründung, er wolle sich nicht an der Suche nach Soneas Erzeuger beteiligen. Was ihm die Vermutung von Seiten Soneas einbringt, er wisse entweder, wer sie erschaffen habe, oder sei es selbst gewesen und wolle sein Vergehen verschleiern. Andrew lacht nur dreckig, bevor er geht und Maggie kommentiert dies mit: “Sollte ein Nosferatu dich erschaffen haben, sähest du aus wie Matschbirne.” - “Und ich würde stinken. Das ist ein Argument.”
Alice lädt die beiden in ihr Haus ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen, womit sie sich anbietet, behilflich zu sein.
Was sie nicht wissen: auch Andrew fährt mit. Verdunkelt. Er folgt ihnen auch hinein ins Innere des Hauses, das Alice als Zuflucht dient. Es handelt sich um ein älteres, dreistöckiges Gebäude auf einem weiten Gelände mit Zufahrt und Umzäunung in einem der gut betuchten Außenbezirke der Stadt. Hinter dem Wohnhaus ist in der Dunkelheit vom Tor aus ein weiteres großes Gebäude auszumachen, zu dem Gartenwege führen. Alices rothaarige Leibghulin Ashley öffnet die Tür, geleitet ihre Domitorin und deren zwei [drei] Gäste ins ansehnliche Wohnzimmer und bietet ihnen zu trinken kann.
Maggie verdreht absichtlich Fakten, da sie einen Verdacht hegt. Sie erzählt Alice, sie habe nur zwei Nächte Zeit, Soneas wahren Sire zu finden und bringt Sonea mit Blicken zum Schweigen. Sie reden. Doch schon bald stellt Maggie sich einfach in die Mitte des Raumes, wobei sie beinahe auf den Tisch geklettert wäre, und fordert auf: “Komm raus, Andrew.”
Nichts geschieht. Maggie wendet sich zum Schein wieder dem Gespräch zu. Sie versucht herauszufinden, woran Sonea sich als letztes erinnert, bevor sie als Vampir wieder erwachte. Alles, was Sonea noch weiß ist, dass sie von einer Party unterwegs nach Hause war, ziemlich angeheitert. Sie kann sich noch erinnern, am Piccadilly Circus vorbei gekommen zu sein und nicht weit davon hinab in die U-Bahn gestiegen, habe aber keine der Bahnen betreten. Danach ist alles schwarz in Sonea Erinnerung.
Plötzlich steht Queen Anne im Türrahmen und fordert mit ihrer ans Befehlen gewohnten Stimme auf: “Zeige dich, Andrew.”
Andrew durchfährt es, er muss mit seinem eigenen Willen Kämpfen, um seine Kraft der Verdunkelung nicht fallen zu lassen. Doch er bleibt weiterhin im Verborgenen und hält seine Kamera auf die drei Kainskinder. Queen Anne - eine von Maggie erschaffene Illusion - wendet sich ab, blickt jedoch wissend zurück bevor sie den Raum verlässt. Maggie ist dennoch überzeugt davon, dass sich Andrew bei ihnen befindet. Sie beendet abrupt das Gespräch, leiht sich von Alice ihr Motorrad - die sich mal wieder fragt, warum sie es besitzt - und verlässt das Haus.
Andrew filmt und folgt Maggie.
Alice bietet Sonea an, den Tag über zu bleiben.
Kaum schickt Maggie sich an der Toreinfahrt an, sich auf das Motorrad zu schwingen, rauscht ein Auto an ihr vorbei. Aus dem Fahrerfenster streckt eine Hand eine schwere Pistole heraus und drückt ab. Maggie wird getroffen, kann aber den Großteil des Schadens absorbieren. Sie verliert keine Zeit. Kraft ihres Blutes beschleunigt sie ihren Lauf und ist in null komma nichts auf Höhe des Wagens, schlägt das nun hoch gekurbelte Fenster ein, langt hinein und zieht den schreienden Fahrer raus, der prompt Bekanntschaft mit dem Asphalt macht. Der Wagen rast führerlos weiter, prallt dank der geraden Straße erst in einigen Metern Entfernung gegen einen Zaun und überschlägt sich.
Der junge abgewetzt aussehende Mann vor Maggie bleckt die Zähne, springt auf und schickt sich an, mit übermenschlicher Geschwindigkeit das Weite zu suchen, wird aber abermals von Maggie eingeholt und niedergestreckt. Sie packt sich ihn über die Schulter und trabt zurück zu Alices Anwesen. Schwach hört sie um eine Straßenbiegung in der Richtung, aus welcher der Wagen gekommen war, das Geräusch eines Motorrads verhallen. Es steht tatsächlich nicht mehr am Tor.
Maggie betätigt die Klingel. Eine Kamera über dem Tor summt leicht. Wütend starrt Maggie hinein. Alices Stimme fragt über die Sprechanlage: “Was ist passiert?” - “Der Drecksack hat mich angeschossen.”
Andrew schleicht hinter Maggie aus dem Haus. Als sie hinter dem fahrenden Auto hersprintet, greift er sich das Motorrad und fährt es um die nächste Ecke, wo Jillian es übernimmt. Andrew selbst holt sein Schwert unter seinem Mantel hervor und schleicht, dank Verdunkelung aussehend wie ein mit Helm bewehrter Motorradfahrer, zurück zur Toreinfahrt.
In dem Augenblick, in dem ein Summen ertönt und Maggie sich anschickt, das Tor auf zu stoßen, schlägt er zu. Er erwischt die Ravnos im Überraschungsangriff von hinten quer über den Rücken. Zwei schnelle Hiebe. Der erste Hieb streckt sie nieder, der zweite geht schon schnapp über ihren Kopf hinweg, da sie unter der Last ihrer “Beute” zusammensackt.
Schnell lädt Andrew sich den angeheuerten Brujah über eine Schulter und macht sich davon. Jillian ist zurück und wartet auf ihn. Sie fahren dorthin, wo sie das Motorrad geparkt hat. Andrew täuscht das Aussehen Alices vor, weckt den Brujah, bedankt sich für den Gefallen und schenkt ihm das Motorrad.
Alice, Ashley und Sonea rennen zum Tor. Alice hat nicht viel gesehen - es ging zu schnell - , nur, dass Maggie niedergeschlagen wurde. Doch die beiden kommen zu spät; die Ravnos liegt in Starre. Und es ist ungewiss, wie weit sie bereits dem Tier anheim gefallen ist, sie wissen nicht, wann sie wieder erwachen wird. Vielleicht schon in der nächsten Nacht - sehr unwahrscheinlich, wie Alice Maggie kennt - , vielleicht in einem Monat, einem Jahr, zehn Jahren…
Ratlos beschließen sie, Maggie sicher im feuer- und lichtgeschützten Keller des Hauses unter zu bringen.
Sie sehen sich die Videoaufnahme an, können aber aufgrund des Motorradhelms nichts erkennen. Sonea ist dennoch überzeugt, dass es Andrew war, der für sie langsam zum Inbegriff des Üblen wird. Die beiden versuchen, eine dringende Audienz bei Queen Anne zu bekommen, werden aber abgewiesen. Sie fahren zu Soneas Zuflucht, in der Hoffnung, einen ihrer Kontakte dort anzutreffen. Auch dies vergeblich. Es beginnt zu tagen und zurück in Alices Anwesen legen sich schlafen.
Die nächste Nacht bricht an. Leida erwacht. Sie hat - mal wieder - einen Filmriss. Auf einem zusätzlichen Bett in ihrem Zimmer liegt jemand. Eine Person, die nicht aussieht, als habe sie den selben gesellschaftlichen Stand wie sie, von Geschmack gar nicht zu reden.
Leida schreit das ganze Haus zusammen. Ashley kommt angelaufen und erfasst mit einem Blick die Situation. Sie versucht, Leida zu beruhigen, die die verwirrte Sonea mit Flüchen und Beleidigungen überhäuft. Ashley schafft es schließlich, Leida ins Bad zu geleiten - nicht bevor diese befohlen hat, Sonea im Gästezimmer einzusperren - , worin Leida auch eine geschlagene Stunde verbringt, um aufgestylet und in ihren geliebten Lack und Leder Klamotten wieder aufzutauchen. In der Zwischenzeit erklärt Ashley Sonea das Persönlichkeitsproblem, das ihre Herrin hat und gibt ihr mehrere Blutbeutel.
Es klingelt am Tor. Ashley schaut durch die Kamera und erblickt einen gepflegt gekleideten Mann mittleren Alters. Auf eine Nachfrage hin stellt er sich als “Andrew vom Clan der Verborgenen” vor. Ashley bittet ihn zu warten und fragt durch die Badezimmertür Leida, ob sie den Gast einlassen soll. Auf Leidas Erlaubnis hin führt Ashley Andrew ins Wohnzimmer - das dieser bereits kennt - und bietet ihm zu trinken an.
Endlich kommt Leida hinzu, mit Sonea im Schlepptau. Als Andrew sich nach Maggies Wohlbefinden erkundigt, ist diese abermals ungehalten. Was hätte das alles mit Maggie zu tun? Sonea zieht Leida zur Seite und erklärt ihr, was in der letzten Nacht vorgefallen sei. Leida wittert Möglichkeiten, auch wenn sie angewidert ist, von einer Clanlosen berührt worden zu sein. Sie behandelt Sonea auch weiterhin wie Abschaum. Nachdem sich Andrew auch ihr vorgestellt hat, musst sie wieder laut werden, um Sonea zu übertönen, die Andrew beschuldigen will er habe Maggie in die Starre geschlagen. Leida will die Situation ausnutzen und Andrew verheimlichen, wo Maggie ist. Sie behauptet, die Ravnos sei “unpässlich”, man habe auf sie geschossen.
Andrew ist entsetzt: “Man hat auf sie geschossen?”
Leida: “Oh.. Ja, passiert.”
Andrew bietet nun seine Hilfe statt der Maggies an, wobei er sehr höflich, zuvorkommend und galant ist. Leida nimmt ebenso wölfisch höflich an. Soneas Proteste gehen unter oder werden von den beiden ignoriert und sie muss sich damit zufrieden geben, dass überhaupt irgendjemand ihr hilft, denn wenn Maggie nicht die ihr von Queen Anne gegebene Aufgabe erfüllt, muss vor allem sie, Sonea, dran glauben. Sie behält Andrew skeptisch im Auge.
Nachdem Sonea ihre Erinnerungen an die Nacht ihres Kusses erneut wiedergegeben hat, besorgen die drei sich einen Plan des Londoner U-Bahn-Netzes. Da Sonea glaubt, nicht länger als eine Viertelstunde vom Piccadilly Circus aus gelaufen zu sein, bevor sie in eine U-Bahn Station hinab stieg, grenzen sie die Auswahl der Stationen, an denen sie anfangen könnten auf zwei Linien ein: die Piccadilly Line von Earl’s Court bis Russell Square und die Central Line von Notting Hill Gate bis St. Paul’s.
Leida beschwert sich, es seien zu viele Möglichkeiten - nahezu zwanzig. Aber Andrew hat eine Idee. Sie suchen im Internet nach Fotos der einzelnen Stationen und zeigen sie Sonea, die sie mit ihren Erinnerungen vergleichen soll. Und tatsächlich, es kommen vier Stationen in die nähere Auswahl: Covent Garden, Holborn, Tottenham Court Road und Marble Arch. Sie beschließen, diese nacheinander abzuklappern.
Sie beginnen mit Covent Garden. Es ist noch recht früh am Abend, ungefähr acht Uhr, und eine Menge Menschen tummelt sich in den Stationen. Andrew geht dennoch voran und schaut sich um, ob er vampirische Präsenzen erkennen kann unter den Leuten. Erst als er keine sieht holt er Leida und Alice nach. Doch nichts, Covent Garden sagt Sonea nichts.
Es folgt Holborn. Same Procedure. Und tatsächlich, Sonea ist sich sehr sicher, in Holborn hinab gestiegen zu sein, aber keine U-Bahn betreten zu haben. Der Rest dieser schicksalhaften Nacht vor zwei Jahren bleibt weiterhin im Dunkeln. Die drei sehen sich um und entdecken einen gesperrten Bahnsteig. Befahren werden nur drei Gleise in der Holborn Station. Zwei davon liegen sich gegenüber und ein drittes wird getrennt vom zweiten von einer Wand. Vom ersten Bahnsteig zweigt aber ein vierter ab, er knickt in einem nicht sehr großen Winkel von ihm ab. Der Durchgang dorthin wird versperrt von einem nachträglich eingebauten Gittertor, einem massiven alten Tor mit Vorhängeschloss. Dahinter herrscht Dunkelheit.
Sie glauben, einen Anfang gefunden zu haben.
Mittwoch, 2. Januar 2008
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